The Redolence of Memory

  • Gathering
  • 07. September 2022, 18:00 – 20:00
  • Ammerau, Pforzheim-Würm
  • Stadtmuseum Pforzheim

Irgendwo am Rande des Schwarzwalds sinken die Temperaturen und die Jahreszeiten ändern sich, und die natürlichen Aromen des Nordschwarzwalds werden durch den Geruch von geräuchertem Fisch unterstrichen, der durch die Luft strömt, um die Ornamenta-Gemeinde zur letzten monatlichen Zusammenkunft zu begrüßen. Bei unserer Ankunft fragten wir uns, inwieweit die richtigen Düfte, Gerüche und Parfums die Fähigkeit haben, spontan autobiografische Erinnerungen hervorzurufen.

Bevor wir uns auf den Weg machten, sprach Raphael Mürle in seiner neuesten Performance im Stadtmuseum Pforzheim einige der anstehenden Themen des Abends an. Mürles Figurentheater amüsierte das Publikum mit einem witzigen Rückblick auf das Inhalatorium Gemeinde, das das Thema des kulturellen Austauschs zwischen regionalen und gastgebenden Gemeinden wieder aufgreift. Im Wald präsentierte die Schriftstellerin und Kuratorin Sumaya Kassim, Autorin des einflussreichen Essays “Das Museum wird nicht dekolonisiert”, eine performative Lesung eines in Arbeit befindlichen Werks, das familiäre Verbindungen erforscht und gleichzeitig das olfaktorische Gedächtnis thematisiert; wie unser Geruchssinn unsere autobiografischen Erfahrungen in der Welt steuert und uns in und aus der Zeit transportiert. Ebenfalls auf der Veranstaltung zu sehen waren die Werke von Sonja Keppler, einer Künstlerin, die sich von der Kunst indigener Völker inspirieren ließ und eine Reihe ihrer Rauchskulpturen im Freien ausstellte. Auf der Grundlage historischer und traditioneller Räuchergefäße greifen diese Werke das Geruchserlebnis auf und rufen einen kulturellen Austausch hervor, während sie alte und neue persönliche Erinnerungen wecken. Die Gerüche des Waldes und der nahen Industrieumgebung verbanden sich mit den geräucherten Forellen aus dem Räucherofen von Günther Schulers vom Angelsportsverein Enzberg e.V. zu einem einzigartigen sinnlichen Erlebnis, als unsere Geschmacksnerven mit einer Probe des geräucherten Fisches belohnt wurden. Schulers Räucherverfahren verbindet Rituale und Traditionen, die uns daran erinnerten, wie unsere Sinne affektiv gestimmt werden können. In der anschließenden Diskussion fragten wir uns, an welchem Punkt sich kulturelle Traditionen und Austausch überschneiden und wie durch die Luft schwebender Rauch in unsere Sinne eindringen und einen schwachen Hauch von Erinnerung hinterlassen, der über die Zeit hinweg anhält.

beiträge

Smoked Trout

Handwerk

Rauchskulptur

Design

Ammerau, Pforzheim-Würm

Veranstaltungsort

Stadtmuseum Pforzheim

Veranstaltungsort

Sumaya Kassim

Raphael Mürle

Sonia Keppler

Günther Schuler

Aufruf an Helfer*innen